Thursday, October 13, 2011

PEYMANN re: HANDKE + LIBGART SCHWARTZ



"Berühmt wurde Müller mit einem (hier nicht abgedruckten) Gespräch mit dem damaligen Burgtheater-Direktor Claus Peymann, in dem dieser allem und jedem ins Gesicht fuhr, was mitunter so klang: „Ich wäre (beim potenziellen Selbstmord, Anm.) bestimmt geschickter gewesen als Peter Handke, der die Tabletten wieder ausgekotzt hat. Er hatte ja die gleichen Probleme. Seine Scheidung von Libgart Schwarz geschah auch nicht aus heiterem Himmel. Er hat sie dauernd mit anderen Frauen betrogen, war aber ganz erstaunt, als sie weglief. Sie ist von Düsseldorf zu mir nach Frankfurt geflohen und hatte dann ein Verhältnis mit dem Lyriker Adam Seide.“

http://www.falter.at/web/shop/detail.php?id=34343&SESSID=c335f2f05f0c6bbcbd01a550ea8fc544
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Thursday, October 6, 2011

HANDKE'S HOUSE IN CHAVILLE


http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36333


also see this discussion and comments of a review of the book at DER FREITAG
http://www.freitag.de/kultur/1140-das-schweigen-der-pilze

Häuser von Schriftstellern sind mythische Orte: Thomas Bernhards Vierkanthof in Ohlsdorf, vor dem er gern posierte wie ein Großbauer, oder Norman Mailers New Yorker Loft, das der leidenschaftliche Segler zu einer Art Kapitänskajüte umgebaut hatte. Aber wie wohnt eigentlich Peter Handke, der enigmatische Schmerzensmann der deutschsprachigen Literatur? Und wohnt er überhaupt, der Unnahbare, den die Aura eines Gurus und Einsiedlers umgibt, oder ist das ein viel zu prosaisches Wort für einen wie ihn, der alles um sich herum mit Bedeutung und Emphase auflädt? So schwärmte Handke einmal von der »feinen Pracht der Leere«, die sein Wohnhaus auszeichne, worin er glücklich »in Nutzlosigkeit prange«.

Das unverputzte Sandsteinhaus, das Handke 1990 in Chaville, einem Vorort im Südwesten von Paris bezogen hat, gilt als uneinnehmbare Festung, die der Dichter gegen jede Zudringlichkeit verteidigt. Nur für wenige Auserwählte lässt er die Zugbrücke herunter. Und irgendwie passte der Rückzug an die Peripherie zu einer Weltflucht, die Handke auch in seinen Büchern betrieb. Immer weiter weg von der unheilen Realität fantasierte er sich in Traum- und Fabelwelten hinein. So kostbar war ihm sein »kleines, schlangenloses Paradies« in Chaville, dass er einmal ein Fernsehteam, das angereist war, um ein Feature über ihn zu drehen, nicht ins Haus ließ. Das Gespräch sollte stattdessen im Freien stattfinden. Als der Kameramann, offenbar ohne vorher um Erlaubnis gebeten zu haben, nach drinnen eilte, weil er mal musste, konnte Handke sich noch lange danach über diese Gebietsüberschreitung aufregen. Der Autor und Handke-Freund Peter Hamm erzählt diese Anekdote in seinem Vorwort zu Lillian Birnbaums Fotoband über Handkes Haus. 


Die in Paris lebende Fotografin ist eine der wenigen, denen der österreichische Schriftsteller Zutritt gewährt. Über Jahre hat sie den kamerascheuen Autor meist sonntags besucht, um ihn aus verschiedenen Anlässen zu porträtieren, und irgendwann angefangen, auch im Haus und im Garten zu fotografieren. Die Aufnahmen, die dabei zwischen 1994 und 2008 entstanden sind, zeigen einen Künstler, der Wert darauf legt, auf geheimnisvolle Weise in den Dingen anwesend zu sein, mit denen er sich umgibt. Und das sind nicht wenige. Der Literatur-Messias, so der Eindruck, ist eben auch ein ziemlicher Messie, der sich von nichts trennen kann. So verrotten das Dreirad und der Plastikball von Handkes Kind, das längst erwachsen ist, genauso im Garten wie das ausrangierte Faxgerät beim Kompost. Es wirkt, als sollten vergangene Lebensabschnitte eingehen in den Kreislauf der Natur.  

Auch im Inneren ist das Haus weniger eingerichtet als »ausgerichtet auf das Draußen, zum Freien hin, zum Offenen«, wie Peter Hamm das kunstvoll arrangierte Chaos freundlich umschreibt. Überall verteilt finden sich Dinge, die Handke von seinen Wanderungen mitbringt: Steine, Blumen und Vogelfedern, der verkohlte Holzkloben, auf dem Handke saß, als er seinen Roman Mein Jahr in der Niemandsbucht schrieb. Zahllose Wanderstöcke stecken in einem geborstenen Korb an der Haustür, Schnürsenkel und Bindfäden wimmeln neben einer Strohblume in einer Schale, Bleistiftstummel mengen sich unter Beeren, Münzen und Kristalle. Und auf den Tischen: Teller und Schüsseln mit selbst gepflückten Pilzen, Nüssen und Früchten aus Wald und Garten, mit denen der Hausherr seine wenigen Gäste bewirtet.

Diese Mahlzeiten zelebrieren in ihrer rustikalen Raffinesse genauso das einfache Leben und den Anti-Modernismus wie die unzähligen Bleistifte und Notizhefte, Handkes bevorzugte Schreibutensilien. Die Geste scheint in diesen heiligen Hallen mindestens so wichtig zu sein wie die Sache selbst. Das Ganze hat bei aller Beiläufigkeit etwas Inszeniertes und Ausgestelltes. Handke scheint in seinem Mikrokosmos Stillleben zu arrangieren, die sein Haus in eine Art Naturalienkabinett verwandeln, ein Museum der Vergänglichkeit. Jedes Gebinde ein kleiner Hausaltar. Selbst die Gebrauchsgegenstände sehen aus, als hätten sie lange draußen gelegen, Wind und Wetter preisgegeben, damit sie Patina bekommen. Die Bücher und Magazine, scheinbar achtlos auf Stühlen, Treppenstufen und in Mauernischen gestapelt, zeigen Spuren der Verwitterung, da sie meist im Freien gelesen wurden. Aber ob Handke wirklich die arabische Zeitung liest, die auf seinem Küchentisch liegt? Die Ornamentik der Schriftzeichen ist jedenfalls äußerst dekorativ.

Mit seinem strengen Wildwuchs ist Peter Handkes Haus weniger Lebensraum als ein Statement: Protestwohnen gegen den Funktionalismus. Und schon auch ein gutes Stück Selbststilisierung. 


collection of photos of all Handke productions







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Tuesday, August 30, 2011

HANDKE / PHILIP GLASS - SPUREN DER VERIRRTEN

SPUREN DER VERIRRTEN - HANDKE/ PHILIP GLASS



Einige Details zur Eröffnungspremiere des Linzer Musiktheaters verriet Landestheaterintendant Rainer Mennicken am Sonntag bei der „Nachsommernacht“ des Oö. Presseclubs im Schloss, wo er erstmals aus seinem dafür verfassten Libretto las.
So wurde der Termin für die Premiere geringfügig vorverlegt: vom 13. auf den 11. April 2013. Eröffnet wird mit „Spuren der Verirrten“, einer Oper von Philip Glass (*1937), die der US-Komponist derzeit im Auftrag des Landestheaters schreibt. Das Libretto dafür hat Mennicken selbst nach einem Text von Peter Handke aus dem Jahr 2006 erarbeitet. Dieses rätselhafte Theaterstück, das an Handkes stummes Spiel „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“ (1992) erinnert, hat Mennicken am Wiener Burgtheater gesehen, wo es im Mai 2007 seine österreichische Erstaufführung erlebte. „Ich muss gestehen: Anfangs habe ich mich nicht ausgekannt“, so Mennicken, der das dünne Bändchen (87 Seiten, Suhrkamp) gar nicht als „dünn“ empfindet — was die Substanz angeht.
Es geht darin um namenlose Pilger und Flüchtende, Heilssucher und Verfolgte, die in unablässiger Folge, paarweise oder zu dritt, vor einem davor sitzenden „Zuschauer“ über die Bühne ziehen. Vom Ende der Zeit wird gemunkelt, von einem Krieg, der bevorsteht, von Grenzen, die geschlossen wurden. Es gibt keine greifbare Handlung oder Aussage. Wohin die „Spuren der Verirrten“ letztlich führen, bleibt unklar.
Handke hat das von Mennicken verfasste Libretto nicht nur genehmigt, sondern ihm auch brieflich wie persönlich bei einem Treffen bei den Salzburger Festspielen dazu gratuliert. „Darauf bin ich schon ein bisschen stolz“, so der Intendant. Auch zur Linzer Uraufführung der Opernfassung seines Werks will Handke anreisen. Ebenso wie natürlich Philip Glass, laut Mennicken „heute der meist aufgeführte Komponist der Welt“, dessen Freund Dennis Russell Davies dirigieren wird.
hut

Monday, August 22, 2011

GERD VOSS LIEST HANDKE'S "DIE WIEDERHOLUNG"

GERD VOSS LIEST HANDKE



Gert Voss entblößt die Feinheit der Stimme

22. August 2011 | 13:30 | Salzburg | Hedwig Kainberger (SN). |
Gert Voss las am Samstag im Salzburger Landestheater aus „Die Wiederholung“ von Peter Handke.
    Seine Pflichten als Herzog in „Maß für Maß“ (im Bild) hat Gert Voss am Samstag unterbrochen und las aus Peter Handkes „Die Wiederholung“. Bild: SN, dapd
    Seine Pflichten als Herzog in „Maß für Maß“ (im Bild) hat Gert Voss am Samstag unterbrochen und las aus Peter Handkes „Die Wiederholung“. Bild: SN, dapd
    Gert Voss war am Samstag im Landestheater wie ausgewechselt. Noch am Abend zuvor war er dort Herzog Vincentio gewesen. In dieser Rolle, die Dreh- und Angelpunkt in Shakespeares Stück „Maß für Maß“ ist, bringt Gert Voss die Brillanz seiner Schauspiel- und Verwandlungskunst in Gestik, Mimik und Stimme zum Funkeln. Allein seine Stimme! Er jagt sie in Höhen und Tiefen, er spricht einmal in gespielter Verstellung (wenn der Herzog als Mönch verkleidet ist), dann wieder in verlogener Aufrichtigkeit (als zurückgekehrter Herzog).
    Auch am Samstagabend trat Gert Voss in dem goldenen Kubus und unter dem riesigen Luster des Bühnenbilds von Jan Pappelbaum auf. Doch: Seine Stimme war ruhig, unverstellt, ungespielt, angenehm fließend. Er setzte kaum Gesten. Er saß schwarz gekleidet an einem schwarzen Tischlein.
    Das Publikum war gebannt. 70 Minuten lang lauschten die fast 700 Besucher fast hustenlos, räusperlos und reglos Gert Voss in einem Genre, das bei den Salzburger Festspielen rar geworden ist: einer Rezitation. Anders als im szenischen Spiel ist da das von allem Beiwerk entblößte Zentrum der Schauspielkunst zu erleben: die Stimme.
    Eine Rezitation ist – mit einem auf einem Punkt verharrenden Lesenden – nur scheinbar eindimensional. Tatsächlich kommen im schlichten Vorlesen die leisesten Feinheiten im Modulieren der Stimme sowie die Raffinessen eines Textes zur Geltung.
    Die Modulation: Gert Voss ließ seine Stimme strömen, als wäre es kinderleicht, so deutlich, so klar, so differenzierend, so klingend, so schön zu sprechen. Leider wurde Voss’ Stimme über Mikroport verstärkt, sodass sie mehr aus der Lautsprecherbox zu vernehmen war als aus der Kehle des Vorlesenden.
    Der Text: Mit Peter Handkes Reisebericht „Die Wiederholung“ brachte Voss ein Sprach- und Erzählwunder zu Gehör. Zum einen berührte, was Peter Handke vor 25 Jahren – „Die Wiederholung“ erschien 1986 – zum ähnlichen Thema wie „Immer noch Sturm“ geschrieben hatte: dem unerhörten Schicksal der Kärntner Slowenen. Zum anderen beeindruckte die erzählerische wie poetische Kraft dieses Textes.

    Begleitung zu „Immer noch Sturm“

    Mit der Lesung von Gert Voss endete das Begleitprogramm zur Salzburger Uraufführung von „Immer noch Sturm“. Tags zuvor war in der Edmundsburg Peter Handkes Film „Die linkshändige Frau“ über Schwierigkeiten des Alleinseins zu sehen. Mit dieser Verfilmung seines gleichnamigen Romans hatte Peter Handke 1978 sein Regiedebüt gegeben. Am Freitagabend waren auch der Autor, Übersetzer und Filmer Peter Stephan Jungk, damals Handkes Regieassistent, und die Filmwissenschafterin Heide Schlüpfmann anwesend.


    Friday, August 19, 2011

    "Geschichte des Dragoljub Milanovic"

    peter-handke-zurueck-in-serbien


    Peter Handke zurück in Serbien

    VON LOTHAR SCHRÖDER - zuletzt aktualisiert: 19.08.2011 - 02:30
    Und schon wieder schreibt Peter Handke über Serbien! Dabei ist der Ausruf nicht der Wiederholung geschuldet, sondern Ausdruck einer Sorge, der österreichische Dichter könnte abermals Partei für Serbiens Kriegsverbrecher ergreifen. Doch seine "Geschichte des Dragoljub Milanovic" (Jung und Jung, 40 Seiten, neun Euro) ist der Rettungsversuch für einen Einzelnen: für den früheren Direktor des staatlichen Radiosenders RTS, der, nachdem die Nato das Gebäude am 23. April 1999 bombardiert hatte, noch von der serbischen Regierung für den Tod von 16 Angestellten verantwortlich gemacht wurde. Milanovic habe das Haus nicht evakuieren lassen, so die Anklage.
    Seither sitzt er in Haft. Handke besucht ihn dort zweimal, spricht mit ihm, will wissen, was geschah. Dabei begegnet der Dichter einem Melancholiker und Lyriker, und man hat den Eindruck, als begegne der am serbischen Schicksal Leidende im Gefängnis seinem Spiegelbild. Aber Handke sieht auch, dass der Sender ein Symbol des Staates war, Propaganda lieferte. Auch RTS stellte das serbische Volk "als ein ganz besonderes, einmaliges, unvergleichliches, nach all den Bombennächten den Tag feierndes" dar. Ist das nun eine Verteidigungsschrift für Milanovic, ein Klageruf, eine Momentaufnahme aus Serbiens Nachkriegsgegenwart? Vor allem ist es ein weiteres Mosaik zu Handkes großem und vielleicht einzigem Lebensthema. Diesmal dient er Serbien mit seinen Worten: Unglaublich die Beschreibung der Birke gleich neben dem bombardierten Rundfunkhaus, mit all den Tonbändern, die "als spezielle Girlanden in einem fort hin und her schwingen".

    also see: 
    http://goaliesanxiety.blogspot.com/ for a Scott Abbott
    review of the little book.
    Quelle: RP

    Saturday, August 13, 2011

    DIE URAUFFÜHRUNG SEINES NEUEN STÜCKS

    DIE URAUFFÜHRUNG SEINES NEUEN STÜCKS



    Eine Diskussion ueber IMMER NOCH STURM gibt es ab Mittwoch den 17 August bei  

    Inwiefern dieses Stueck Einblicke in Handke's Familie erlaubt ist zu bezweifeln da es sich um eine dichterisch fantasierte Familie in dem Stueck handelt. Da ist ungeheurlich viel ausgelassen, verdreht und neu reingeschriben. Dieses wahrlich 75% wirklich grosse Stueck erlaubt grosse Einsicht in die DICHTERISCHE PHANTSIE von Peter Handke. >







    PETER HANDKE HEUTE IN SALZBURG: DIE URAUFFÜHRUNG SEINES NEUEN STÜCKS

    Salzburg_Berglau
    So tief und bei aller dichterischen Kunst direkt und unverstellt in seine Autobiografie blicken, ließ der Schriftsteller Peter Handke selten. Sein Stück „Immer noch Sturm“, das heute Abend bei denSalzburer Festspielen auf der Perner-Insel in Hallein seine Uraufführung feiert, liefert einen Blick zurück in die Geschichte seiner Familie.
    In der treten wie aus einem alten Familienfoto heraus Großeltern, Tanten, Onkel, seine Mutter auf, Handkes ganze slowenisch und deutsch gemischte Familie. Der Partisanenkampf und der Kärntner Widerstand gegen die Nazis im zweiten Weltkrieg und seine tragischen Auswirkungen auf die Familie spielen eine Rolle. So verdichten sich einzelne Schicksale zu - oft verdrängten - kollektiven Erfahrungen. Unter der Regie von Dimiter Gottscheff sind so großartige Schauspieler wie Jens Harzer, Oda Thormeyer und Bibiana Beglau mit dabei. Weitere Vorstellungen am 17., 18., 23., 24., 26. und 27. August.


    Handke wird bei Uraufführung mit Applaus überschüttet

    Regisseur Gotscheffs Inszenierung von „Immer noch Sturm" beklemmend und heiter zugleich
    Peter Handkes "Immer noch Sturm"
    Foto: dpa
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    HALLEIN. Ein Lächeln huscht Schriftsteller Peter Handke übers Gesicht, als er die Bühne betritt. Der tosende Applaus von 800 Theaterbesuchern der Salzburger Festspiele nach der Uraufführung seines Stücks „Immer noch Sturm“ am Freitag gilt vor allem ihm. Der Autor, der bei Paris lebt, wird von den acht Schauspielern, darunter Bibiana Beglau und Jens Harzer, und dem bulgarischen Regisseur Dimiter Gotscheff, umringt. Dessen mehr als vier Stunden lange Inszenierung wurde auf der Perner-Insel in Hallein mit großer Begeisterung aufgenommen.
    Eine Familie mit slowenischen Wurzeln ist unter einem Apfelbaum im Jaunfeld versammelt, unweit ihres Hofguts in der Kärntner Gegend in Österreich. Das Elternpaar und seine fünf Kinder bringen sieben unterschiedliche Blickwinkel auf das gemeinsame Leben mit. Sie erinnern sich an die 1930er und 1940er Jahre – freudig und verbittert zugleich.
    Es ist ein Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit, denn ein Nachfahre – das „Ich“ – lässt die Figuren, seine Ahnen, sprechen. Mal klinkt er sich in die Dialoge ein, mal zieht er sich auf eine erzählerische Ebene zurück und bleibt auch räumlich abseits der Gruppe. Seine Träume und Erinnerungen rollen ein Familiendrama vor dem Hintergrund der Partisanenkämpfe der Kärntner Slowenen gegen die Nationalsozialisten auf.
    Da sind etwa die Geschwister, wie Außenseiterin Ursula und Frauenheld Valentin sowie der Vater, der das Wort Liebe in seinem Haus nicht hören will. Alltagsprobleme wie Essen, Stallarbeit und die Suche nach der eigenen Rolle innerhalb der Familie mischen sich mit dem Kampf um kulturelle Identität als slowenische Minderheit.
    Gotscheff schafft viele beeindruckend beklemmende Situationen. Etwa in der Figur der Ursula, „für die im Haus kein Platz ist“, wie sie sich selbst beschreibt. „Im Krieg werde ich endlich einen Platz finden“, hofft sie und wird später Widerstandskämpferin.
    Oder in der Mutter des „Ichs“, die eine Beziehung mit einem der nationalsozialistischen Besatzer eingeht und damit ihre eigene Kultur verleugnet. Der Regisseur löst diese Momente oft mit heiteren Szenen auf und schafft Freiräume: Akkordeon und Percussion lassen unter anderem mit slowenischen Volksliedern die Figuren sorgenfrei tanzen.
    Handkes Stück ist textgewaltig – das unterstreicht auch Gotscheff mit seiner Inszenierung. Das Bühnenbild von Katrin Brack ist schlicht, es fungiert vielmehr als Projektionsebene: Requisiten werden spärlich verwendet, Blickpunkt auf der leeren, schwarzen Bühnenfläche sind grüne Blätter aus Flitter, die ununterbrochen von der Decke fallen. Im Vordergrund stehen die Gedankenwelten der Figuren. Vor allem Jens Harzer in der Rolle des „Ich“ bietet minutenlange Monologe akzentuiert und facettenreiche dar.
    Das Ende bleibt verstörend. Auch nach dem Krieg und dem Sieg über die nationalsozialistische Unterdrückung gebe es „Immer noch Sturm“, resümiert das „Ich“. „Gütige Menschen – wie ich mich danach sehne.“
    Zwtl.: Uraufführung zunächst in Wien geplant
    Auf die Uraufführung mussten die Theaterbesucher länger warten, als zunächst geplant. Bereits im Februar sollte Regisseur Claus Peymann „Immer noch Sturm“ am Wiener Burgtheater inszenieren – doch die Zusammenarbeit zwischen Handke und dem Intendanten des Berliner Ensembles wurde abgebrochen. Peymann hatte zuvor bereits mehrere Werke von Handke auf die Theaterbühnen gebracht.
    Die jetzige Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg wird außerdem am 17., 18., 23., 24., 26. sowie am 27. August bei den Salzburger Festspielen zu sehen sein. In Hamburg ist die Premiere am 17. September geplant.



    Peter Handkes Einsatz für den Serben Dragoljub Milanović


    http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/685344/Einer-der-zur-Hand-war?_vl_backlink=/home/spectrum/index.do


    Einer, der zur Hand war

    12.08.2011 | 18:21 |  Von Julia Kospach (Die Presse)
    Peter Handkes Einsatz für den Serben Dragoljub Milanović.
     
    Es ist hier eine Geschichte zu erzählen“, lautet Peter Handkes erster Satz. Sofort weiß man: Es geht nicht um das Vergnügen des Geschichtenerzählens, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen, die erzählt werden soll, nein: erzählt werden muss und den Lesern nicht erspart werden kann. Die Angelegenheit ist dringlich. Ein „J'accuse“ schwingt schon in diesem ersten Satz unüberhörbar mit.

    „Die Geschichte des Dragoljub Milanović“, ein kaum 40 Seiten langer Text, ist eine Fortsetzung von Handkes schon seit Mitte der 1990er-Jahre andauerndem, von vielen bitter kritisierten, so oft schwer nachvollziehbaren Einsatz um Gerechtigkeit für Serbien. Diesmal tritt Handke für einen einzelnen Serben ein, berichtet von einem Mann, der in Serbien die Rolle des Sündenbocks übernehmen musste, weil kein internationaler Gerichtshof, keine Politik, keine Staatengemeinschaft sich für zuständig erklärte. Die eigentlich Verantwortlichen für 16 zivile Todesopfer waren nicht greifbar, sind es bis heute nicht. Doch Recht musste gesprochen werden, der Trauer um die Gestorbenen wegen, „also musste doch einer schuldig sein, und zwar einer, der, wie man sagt, zur Hand war“, Peter Handkes Einsatz für den Serben Dragoljub Milanovićschreibt Handke.
    Zur Hand war Dragoljub Milanović, der ehemalige Direktor des serbischen Radios und Fernsehens. Er sitzt, verurteilt von einem serbischen Gericht, seit neun Jahren im Gefängnis. Häftling seines eigenen Landes wegen des gezielten Bombenangriffs der Nato in der Nacht des 23. April 1999 auf den Sitz der serbischen TV-Anstalt im Zentrum Belgrads, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, alle von ihnen Mitarbeiter des Dragoljub Milanović. Um zwei Uhr vier fielen die Bomben, eine halbe Stunde zuvor hatte Milanović den Sender verlassen, um nach Hause zu gehen.

    Ein fahrlässiges Versäumnis?

    Er hätte, hieß es vor Gericht, vier Wochen nach Beginn der Nato-Bombardements ein solches Geschehen einkalkulieren und seine Mitarbeiter rechtzeitig evakuieren müssen. Für den Schuldspruch genügte dem Gericht die Anweisung einer übergeordneten Dienststelle, den Sender mitsamt allen Angestellten aus der Hauptstadt auszulagern. Eine Anweisung, soformuliert, dass es Milanović freistand, ihr nachzukommen oder nicht. Für das Gericht ein fahrlässiges Versäumnis.
    Handke stand vor den Trümmern des Sendergebäudes, er hat zehn Jahre später Milanović zweimal im Gefängnis besucht und einen stillen, kindlichen Mann gefunden, er hat die Gerichtsprotokolle gelesen. Es ist das augenfällige und inzwischen vor allem auch außerhalb Serbiens gut dokumentierte Unrecht gegenüber einem Einzelnen, das Handke in Worte fasst. Gegen Achtlosigkeit und Willkür setzt er Fakten und seine eigenen Eindrücke. Wie zufällig wirkt es, dass sein – teilweise im „Spectrum“ publizierter – Text zwischen Buchdeckeln gelandet ist. Dragoljub Milanović – „immer wieder sei dieser Name erwähnt, damit er sich einpräge über die Aktualitäten hinaus“ – soll erinnert werden, seine Geschichte wieder und wieder und wieder erzählt, „selbst wenn ich sie einem Baumstrunk erzählen müsste, oder einem Einbaum, oder einem verrosteten Schienenstrang“. ■
    ("Die Presse", Print-A

    Friday, August 12, 2011

    HANDKE WIEDER PHOTOGRAPHIERT...


    Zuletzt aktualisiert: 12.08.2011 um 09:14 Uhr1 Kommentar

    Neues Handke-Fotobuch zeigt Dinge statt Dichter

    Foto © APA
    Starke Woche für Peter Handke in Salzburg: Am Mittwoch wurde eine Ausstellung der Universität Salzburg über seine Salzburger Jahre (1979 bis 1987) eröffnet, am Freitag hat sein Stück "Immer noch Sturm" Uraufführung, und am Samstag wird auf dem Mönchsberg ein Fotobuch präsentiert. Der Titel des Bandes von Lillian Birnbaum: "Peter Handke. Portrait des Dichters in seiner Abwesenheit".
    Fotografiert zu werden sei stets qualvoll für Handke, schreibt die in New York geborene, in Wien aufgewachsene und in Paris lebende Fotografin in ihrer Vorbemerkung. "Während des Fotografierens dachte ich oft: es wäre doch sinnvoller, ein Bild seines Gartens zu zeigen, oder der Federn auf dem Küchentisch..." So hat sie während ihrer meist sonntäglichen Besuche in Handkes Domizil im Pariser Vorort Chaville 1994 bis 2008 auch immer wieder Details aus Haus und Garten fotografiert, ganz offenbar vom Autor liebevoll zusammengetragene Arrangements von Artefakten und Naturprodukten, "Installationen, die geheimnisvoll und zugleich anziehend schön sind".
    Nüsse, Pilze, Eicheln, Kastanien und Äpfel bilden malerische Nature morte-Gruppen, als käme jeden Augenblick ein Künstler mit seiner Staffelei vorbei. Federn und Bleistifte gibt es zuhauf, kaum Blumen, dafür viele Bücher - erstaunlicher Weise die meisten von Handke selbst, in deutscher, italienischer, spanischer oder auch russischer Sprache. Eine arabische Zeitung gibt Rätsel auf, eine Schaukel, ein Ball oder ein Dreirad deuten an, dass in diesem verwunschenen, märchenhaften Ambiente, in dem die Zeit stillzustehen scheint, mitunter auch Kinder zu Besuch sind bzw. waren.
    Immer wieder finden sich gestapelte oder scheinbar absichtslos aufgeschlagene Manuskriptblätter. Ganz normale Spuren alltäglichen Lebens sucht man vergebens, und unwillkürlich erinnert dieses Museum zu Lebzeiten, in dem nichts zufällig scheint, an das seltsame Bauernhaus, das Thomas Bernhard in Ohlsdorf hinterlassen hat.
    Quelle: APA

    Saturday, July 23, 2011

    Die Welt, die in den Worten liegt" Oberender ueber Handke

    http://derstandard.at/1310511918668/Die-Welt-die-in-den-Worten-liegt



    Am Anfang Bernhard, am Ende Handke: Thomas Oberender, Schauspielchef der Salzburger Festspiele, im Gespräch - Ein Buch-Vorabdruck

    Oberender: Ist wahrscheinlich das Gegenteil. Niemand will sein Leben haben, heißt es in Bernhards Erzählung "Gehen". Handke will das Leben haben. Sein Leben. Und schenkt es seiner Mutter zurück, die darum betrogen wurde, in seinem Roman "Wunschloses Unglück", oder seiner slowenisch-kärntnerischen Familie, die er nicht in Ruhe lässt, bis er ihr Leben gegeben hat, ein Leben, das für den toten Bruder der Mutter, der im Krieg gefallen ist, nicht mehr stattfinden konnte. Er war derjenige, der in der Familie als Einziger zuvor ein Buch geschrieben hatte, über Apfelzucht, ein Mitschriftenbuch aus der Landwirtschaftsschule. Dieses Buch hängt in einem Zimmerwinkel von Handkes Haus. Handkes Literatur hat viel damit zu tun. Die Wiederholung ist eine Reise zu diesem Gregor, dem toten Onkel, der sein Bruder wurde, ihm sein Land zeigte, das immer auch Züge eines Traums besitzt. Diese private Mythologie, die Handke im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat, ist der Versuch, sich sein Leben nicht nehmen zu lassen. Mehr oder weniger leben alle seine Figuren wie er als Dichter. Er versetzt sich nicht wie Bernhard in eine bürgerliche Welt, um ihr die Masken vom Gesicht zu nehmen, sondern es ist sein Leben, das er haben will, seines. Peter Handke ist als Künstler einen wirklich weiten, erfindungsreichen Weg gegangen. Die Wandlungen zwischen dem frühen, mittleren und späten Handke sind viel entwicklungsreicher als etwa bei Bernhard.
    Oberender: Ja, es gibt, wie bei Bernhard, Großväter, aber eigentlich läuft in seinen Büchern jemand vaterlos durch die Welt und versucht, es selbst zu schaffen. Man wird ja nicht Vater, nur indem man ein Kind bekommt. Man muss im Besitz von etwas anderem sein. Das Poetische ist für Handke nicht das Nebulöse, wie er sagt, sondern sein Gegenteil: das Verbindende - der Anstoß zum gemeinsamen Erinnern. In seinem Roman Der große Fall gibt es den vielleicht schönsten Brief, den je ein Vater an seinen Sohn geschrieben hat. Handke ist sicher ein komplizierter Vater, aber er ist einer. Das war Kafka nicht. Die Lebenssituationen beider könnten nicht unterschiedlicher sein: der Versicherungsangestellte Kafka und der hochbegabte Goethe unserer Zeit. Er ist im jugendlichen Alter zu Ufern aufgebrochen, an die niemand so einfach hinterherschwimmt. Kafka war ein ähnlicher Erfinder, einer, der auch kühl blieb und das Märchenhafte in den Fakten sah. Lucie im Wald mit dem Dingsda - das ist als Märchen nah an Kafka, und zugleich ist es völlig heiter.
    Oberender: Im Sinne einer Jahrhundertbegabung und immensen Produktivität. Mir erscheint diese Form von universeller Neugier, die das Schaffen von Handke prägt, vorbildlich. Auch als Siebzigjähriger verkörpert er ein Ideal an Jugendlichkeit. Er ist ein wissensfroher, ein lesender und lernender Dichter. Wenn Sie Der Chinese des Schmerzes betrachten, ein Buch, das in Salzburg entstand, werden Sie entdecken, wie konkret es ist. Er hat die Geschichte der Stadt studiert, ihre Morphologie in jeder Hinsicht, die Geschichte der Gesteine, aus und auf denen ihre Häuser errichtet wurden. Handke ist enorm fleißig, nicht im Sinne von beflissen, sondern im Sinne der Sorgfalt. Dieses Pensum des Studiums, das sich beiläufig im Erzählen äußert - das ist das Gegenteil des Nebulösen, das man mit dem Dichter gerne verbindet. Handke ist sehr genau. Und er war Pop, was Goethe durch seinen Werther wurde, und wenn Sie so wollen, hatte auch er seine Italienreise, die ihn, nach Jahren der Schreibhemmung, in die Welt führte und als Künstler neu geboren hat.
    Oberender: Ich geniere mich unendlich, wenn Sie mich über Handke ausfragen. Ich bin da ein unseriöser Leser. Ich zähle mich nicht zur "Familie", die mit ihm groß geworden ist und seinen Weg geht, mir fehlen viele Etappen. Wenn ich ein Stück lese wie Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts, dann spüre ich eine Wiederbegegnung des späten Handke mit dem jungen. Es ist ein Selbstporträt, gespiegelt in dem großen Monolog einer Frau, die um ihre Liebe zu ihm ringt. Es ist der Versuch zu beschreiben, was er an sich selbst lieben kann. Sie müssen als Autor damit leben, was Sie geschrieben haben. Es ist bezahlt mit einer Art von Verrat. Der späte Handke schaut auf diesen jugendlichen Spieler, der die Welt als Zeichen liest, ihr Spiel inszeniert, die Diskurse bloßlegt, die Regeln angreift, und stellt ihm die weibliche Empfindung des Augenblicks entgegen. Es ist eine Form von Abbitte. Sie beschreibt seine Lebensstrenge, Unerreichbarkeit, seine Tödlichkeit für ihr eigenes oder das Leben um ihn herum, und der Abend, den er ihr geschrieben hat, ist ein Strom der wahren Empfindung, eine Bitte um Verzeihung für die Kosten des Projekts. Und: Sie gewährt sie. Sie spürt das Lebenswahre darin. Sie hält es aus, er kann nicht anders, darin ist er wahr. Das verbindet sie, es ist sein Leben an ihrer missachteten, aber auch gefeierten, unerreichten Seite.
    Oberender: Schon. Hier zeigt sich der späte Handke. Als eine Geste der Abstoßung von sich selbst. Wenn Sie sich die frühen Stücke von ihm anschauen, einen Paukenschlag wie Publikumsbeschimpfung, aber auch die Serie der Sprechstücke, Handke war vierundzwanzig, dann wird klar, aus welcher Kälte und Lust heraus dieser junge Mann irrsinnige, im Grunde handlungslose Formen schuf: Er dramatisiert die Welt der Worte, weil sie selbst eine Welt sind. Insofern hat er sich überhaupt nicht entwickelt - alles war da, sofort. Es gibt ein vom jungen bis zum alten Handke hindurch wirkendes Motiv der Auserwähltheit, dessen sich der Auserwählte sicher ist. Das hat man oder hat man nicht. Es gibt auch Phasen seines Lebens, da dieses Gefühl ihn verlässt, Jahre des Verstummtseins, der Panik. Aber Handke hat sehr früh eine zweifellose Bestimmtheit seines Daseins empfunden. Es geht in diesen Texten, wie Handke sagt, um die Welt, die in den Worten liegt. Er greift ihren gestisch-theatralischen Charakter auf - die Form der Beschimpfung, des Hilferufs oder der Weissagung. Sie handeln von nichts, sie wollen, sagt er, keine Revolution, sondern aufmerksam machen. Handke hat, glaube ich, mit sechsundzwanzig den Büchner-Preis erhalten und hatte an die zwanzig Bücher veröffentlicht. Er dankte der Jury für den Preis "und Büchner für mehr". Sehen Sie seine Raffinesse? Wer sind wir, wenn wir über ihn reden? Alte Leute.
    Oberender: In "Wunschloses Unglüc"k zeigt Handke jenes private Handicap als gesellschaftliches, als das Unglück unseres In-eine-bestimmte-Welt-eingeborenSeins. Es ist ein Roman über seine Mutter. Er selbst erscheint als Folie, die über dieser Geschichte liegt und durch die wir, mit ihren Kratzern und Knicken, auf das Leben dieser Frau schauen. So wie Handke als Autor lebt, als Wanderer, als Reisender, als Lesender, als Sympathisant von vielen Dingen, die man nicht programmieren, sondern als Daseinsform nehmen muss, ist das nur einnehmend. Gemessen an dieser radikalen Sicht auf das, was im Leben wohl lebenswert ist, vergeuden wir anderen zu viel Zeit. Handke dient nie, niemandem. Was nicht stimmt - dem Dasein schon. Er nimmt ein hohes Maß an Einsamkeit in Kauf, um diese Freiheit leben zu können. Freiheit von dem üblichen Verständnis von Familie, von Heimat, wahrscheinlich sogar Freundschaft, obgleich er treu ist und generös sein kann. Jede Beziehung in seinem Leben verwandelt er in ein Element dieses Projekts. Aus diesem Überdasein rührt seine einzigartige Fähigkeit zur Beobachtung, Notation, Hingabe und Selbstauflösung ins Medium der Sprache selbst.
    Oberender: Dafür nicht, nein. Zu Beginn meiner Arbeit in Salzburg las ich sein Stück Spuren der Verirrten - ich empfand es als eine Art Salzburger Welttheater. Aber Handke sagte mir klar, dass es lebensgeschichtlich eine Beziehung zu Claus Peymann gibt, dass die Uraufführung bei ihm liegt. Mit Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts hatte es eine andere Geschichte auf sich: Ich hatte Handke in seinem Haus in Chaville besucht. Wir kamen ins Gespräch über Beckett, und nach meiner Rückkehr nach Salzburg schickte ich ihm einen Essay, den ich über Beckett geschrieben hatte. Er sandte mir dieses Stück in seiner ersten Fassung und fragte mich, ob ich daran interessiert sei. Ein Jahr später haben wir das Stück dann bei den Festspielen im Landestheater zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht. (DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.7.2011)
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