Saturday, May 28, 2011

HANDKE ABEND/DISKUSSION 27/5/2011

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Noch einmal für Peter Handke

LITERATURFEST / HANDKE-ABEND

27/05/11 Drei Dutzend Interessenten am Donnerstag (26.5.) für Peter Handke – aber doch ein Abend mit vielen Anregungen im Solitär des Mozarteums. Erst eine Diskussion, und dann las Dörte Lyssewski aus der Erzählung „Die linkshändige Frau“.

VON HARALD GSCHWANDTNER

Sigrid Löffler, Grande Dame der deutschsprachigen Literaturkritik, outete sich schon zu Beginn des Abends als „Handke-Fan der ersten Stunde“. Indem sie wiederholt auf die Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität des Autors hinwies, auf jene „säkularen Pilgerfahrten“ und „Bedeutungsmomente im Unscheinbaren“, die für diese Texte so kennzeichnend sind, wusste sie Schneisen zu schlagen ins zusehends übersichtlicher werdende Dickicht der Publikationen.
Einen Widersacher im Detail fand Löffler wiederholt in Malte Herwig, dessen Handke-Biographie „Meister der Dämmerung“ (DVA) 2010 erschienen ist. Im Gegensatz zu den erklärten Anhängern stehe er Handkes Werk mit „treusorgender Ironie“ gegenüber, wollte im Gespräch „Distanz und Sympathie“ gleichermaßen walten lassen.
Vervollständigt wurde der Kreis vom Münchner Autor Ernst-Wilhelm Händler, der vor allem Handkes Anteil an einer spezifisch österreichischen sprachkritischen Tradition stark machte und seine Poetik im zeichentheoretischen Spannungsfeld als Kontrast zu jener Konrad Bayer zu erhellen suchte.
Von der Literaturkritikerin Ina Hartwig umsichtig geführt, schritten die passionierten Handke-Leser in der Folge zentrale Themenkomplexe und Entwicklungslinien dieses umfassenden Werks ab – vom frühen „Popliteraten“ und „schrulligen“ Konsum- und Kulturkritiker war hier ebenso die Rede wie von der seltsamen „Menschenleere“ (Löffler) in Handkes Texten. Allesamt Medienprofis, fanden die Diskutanten stets sichere Wege zwischen philologischer Fundierung und unterhaltsamem Plauderton.
Als die Runde abschließend ins biografische Spekulieren abglitt und Hartwigs Versuche, die anfangs gestellte Frage noch einmal ins Spiel zu bringen, zusehends erlahmten, geriet die ästhetisch-literarische Qualität und Wirkung der Texte, über die zu sprechen man sich vorgenommen hatte, freilich etwas aus dem Blick. Anstatt das Verhältnis von Vater, Mutter und Sohn aufzurollen, hätte man vielleicht zielführender Handkes vor allem für das Frühwerk so charakteristische und Schriftstellerkollegen prägende innovative Erzählverfahren benennen können. Ein dadurch eventuell zu verschreckendes Laienpublikum war ja ohnehin nicht anwesend.
Den zweiten Teil des Abends bestritt Dörte Lyssewski mit einer Lesung von Handkes Erzählung „Die linkshändige Frau“, dieser faszinierenden Geschichte eines schmerzhaften Individuationsprozesses angesichts gesellschaftlicher wie familiärer Rollenbilder. Warum man just diesen 35 Jahre alten Text wählte? Die Frage stellte sich nicht, denn die Burgschauspielerin verstand es auf beeindruckende Weise, das Werk durch umsichtige Kürzungen so zu straffen. Was zuvor im Abstrakten erörtert worden war, wurde hier nur allzu deutlich: dass es sich, wie Klaus Seufer-Wasserthal in seiner Einführung so emphatisch wie zweifellos korrekt angemerkt hatte, bei Handke wohl um den „wunderbarsten Dichter Österreichs“ handle.
Doch woran lag es, dass all diese klugen Handke-Kenner – abgesehen von Veranstaltern und Personal – nur gut drei Dutzend Zuhörer fanden, die in den weiten Sesselreihen des Solitärs etwas verloren wirkten? Ist man des Autors nach seinen medialen (und oft ungeschickten) Positionsnahmen in Bezug auf Serbien überdrüssig geworden? Lag es am unwirtlichen Hagelwetter kurz vor Veranstaltungsbeginn? Oder etwa an den gerade für Unentschlossene doch abschreckend wirkenden Eintrittspreisen? Jedenfalls nicht an dem, was geboten wurde.
Gerade Lyssewskis Lesung wird selbst gestandenen Handke-Lesern in Erinnerung bleiben

Wednesday, May 18, 2011

HANDKE AND THE CHILDREN IN HIS HOME VILLAGE, GRIFFEN

Zuletzt aktualisiert: 18.05.2011 um 09:21 UhrKommentare

Kinder lesen Handkes Wünsche auf

Zum heutigen Griffner Schülerlesefest: Wie alles begann und wie sein Patron, Schriftsteller Peter Handke, aus der Nähe wie aus der Ferne für Verbesserungen und "gute Aufregung" sorgt.
Peter Handke wünscht den Kindern für das heutige Lesefest "eine gute Aufregung und ein weiterführendes Vergnügen"
Foto © Kleine Zeitung (Archiv)Peter Handke wünscht den Kindern für das heutige Lesefest "eine gute Aufregung und ein weiterführendes Vergnügen"
Was macht man, wenn ein berühmter Schriftsteller in der Schule seiner einstigen Heimatgemeinde vorbeischaut? Man bittet ihn, etwas vorzulesen.
Peter Handke aber wollte nicht lesen - die Schüler sollten an seiner statt aus seinen Werken vortragen. Das taten sie - und so entstand vor einigen Jahren in einem kleinen Klassenzimmer der Wunsch, unter dem Schlossberg das Lesen zu einem Fest werden zu lassen.

Gemeinsame Suche

Gemeinsam suchten Kinder, Lehrer und Handke nach einem Motto für das Fest, erinnert sich Hauptschuldirektorin Lieselotte Pleschiutschnig. "Wir haben lange gesucht - aber er war mit gar keinem Vorschlag richtig zufrieden." Also schickte der Schriftsteller seinen Vorschlag. Und dass "Muss ich lesen? Soll ich lesen? Darf ich lesen?" damals wie heute passt, bestätigt Pleschiutschnig gerne: "Manchmal müssen unsere Schüler etwas lesen und wollen nicht, ein anderes Mal würden sie gerne etwas lesen, das sie gerade nicht lesen dürfen und manchmal fällt ihnen die Auswahl schwer: Soll ich lesen oder etwas anderes tun?"

Handkes Wunschautoren

Was sie lesen sollen, will Handke den zehn Lesern, die heute antreten, auch gar nicht vorschreiben - einen Wunsch für Griffens Lesefeste hat er über seinen langjährigen Freund Valentin Hauser aber ausrichten lassen - den nach mehr anspruchsvollen Werken namhafter Autoren. "Beispielhaft nannte Peter Handke die Namen Christine Lavant, Ingeborg Bachmann, Michael Guttenbrunner und Gert Jonke", so Literaturwissenschaftler Fabjan Hafner, Sprecher der Griffner-Lesefest-Jury über die heuer 35 Titel-fassende Vorschlagsliste der Jury. Die Liste sei lediglich als Anregung gemeint - "ein gemeinsames Bemühen um ein möglichst hohes Niveau".

Literatur aus Kärnten

Eine Vorgabe wurde seitens der Organisatoren heuer aber gemacht: "Die Schüler müssen Literatur aus Kärnten - Prosa oder Lyrik - vorlesen", so Pleschiutschnig. Die Schüler von Isolde Fellner-Wröhlich, Organisatorin und Deutschlehrerin an der Hauptschule Griffen, haben die vorgeschlagenen Texte indes "sehr unterschiedlich aufgenommen". "Viel hängt auch von der Motivation der Lehrer ab, die Begeisterung für die Texte zu wecken", so Fellner-Wröhlich über die geleistete Vorarbeit im Unterricht. Und nicht zuletzt hänge es auch von der Fähigkeit der Schüler ab, die Texte zu lieben.
Wovon es jedes Jahr aufs Neue abhängt

below a photo of the village of Griffen!


Griffen. Handke, Tropfsteinhöhlen und eine faszinierende Geschichte.

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