Monday, April 2, 2012

"My Two Whores and Peter Handke," a play by Radovan Karadžić premieres at Klamotten Theater in Bana Juka



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Bosch: Fourth place in “best international corporate brand” category

31. March 2012.
Source: Emg.rs
In the “best international corporate brand” category, the company came fourth, climbing by more than ten places in the ranking. Only three automakers – BMW, Audi, and Volkswagen – were ranked higher than Bosch.
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The Best Employers in Slovenia

31. March 2012.
Source: STA, The Slovenian Times
 The daily Dnevnik has named catering company Vivo, software company Microsoft Slovenija and caravan maker Adria Mobil the best employers in Slovenia among small, medium-sized and large companies, respectively.
 
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Source Quotestation

The Third Annual Summit

Southeastern European Central Bankers and Ministers of Finance

17. June 2011.
Organiser: EMG
After two successfully organized Summits, Ekonom:east Media Group is proud to announce the Third Annual Summit of Ministers of Finance and Governors of the Region, which is to take place on June 17 in Becici, Montenegro.

Serbia on the Road to the European Business Standards

24. May 2011.
Organiser: EMG
Ekonom:east Media Group proudly presents the conference: Serbia on the Road to the European Business Standards on May 24th 2011, Hotel Hyatt

Fifth Annual Conference on Energy

Prospects for Energy Business in the Balkan Region

6. April 2011.
Organiser: EMG
Following world and European trends, Serbia has declared 2011 the year of energy efficiency.

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Wednesday, March 28, 2012

HUBERT BURDA ABOUT HANDKE FROM THE GERMAN G.Q!



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GENTLEMENGentlemen: Peter Handke

Am 15. März erscheint Handkes neuer Roman "Der große Fall". Einige Notizen seines Freundes Hubert Burda
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Peter Handke, 68, "die große poetische Stimme der deutschsprachigen Literatur"
Wer in den 60er Jahren die ersten Bücher und Theaterstücke von Peter Handke las oder sah, spürte: Hier entsteht etwas ganz Neues, völlig anderes als die damals vorherrschende Literatur. Seine Texte entzogen sich den Kategorien traditionsbewusster Germanisten ebenso wie den kulturkritischen Ambitionen der Frankfurter Schule. Bei einer Aufführung der „Publikumsbeschimpfung“ überkam mich das Gefühl, dieses Stück sei wie für mich geschrieben. Hier stellte einer alles infrage: die Bühne, die Schauspieler, das Publikum, die Sprache, die Regeln der sozialen Konvention. Hier wurde das herkömmliche Theater verabschiedet. Ich empfand es wie die Dekonstruktion meiner Erziehung und aller ästhetischen Überzeugungen, die ich mir in meinem Studium der Kunstgeschichte angeeignet hatte.
Zu früh dran
Kennengelernt habe ich Peter Handke bei der Bambi-Verleihung 1968. Damals war die neue Kategorie für den „künstlerisch wertvollen Film“ geschaffen worden, und ich hatte ihn überreden können, an der Jury teilzunehmen, wo er nun neben Liz Taylor und Richard Burton saß. Der Preis ging an Jean-Luc Godard, der nicht erschienen war. Wir waren zu früh dran.

Freundschaft und Poesie
Die Freundschaft mit Handke begann 1974, als der Petrarca-Preis gegründet wurde. Ein Lyrikpreis im Namen des humanistischen Autors war für mich nur mit Handke vorstellbar. In vielen Jurysitzungen konnte ich miterleben, mit welcher Genauigkeit er auf Texte einging, Berühmtes verwarf, anderes empfahl: die Gedichte von Jan Skácel, Philippe Jaccottet, Zbigniew Herbert, Ilse Aichinger. Mir begegnete der großartige Vermittler von anderen Dichtern. Wie er die Aufmerksamkeit auf Autoren wie René Char, Hermann Lenz oder Walker Percy lenkte, verriet tiefes Poesieverständnis.
Ein lebensveränderndes Buch
Sein Buch „Langsame Heimkehr“ übte auf mich eine starke Wirkung aus. Die Verlangsamung der Zeit - dieses Thema ließ mich nicht mehr los. Es war wie die Einübung in eine andere Lebensweise. Ich entdeckte den Kontrapunkt zur stets beschleunigten Zeit der Medienwelt. Das Buch veränderte mein Leben. Ähnliches widerfuhr mir bei der Lektüre aller seiner weiteren Werke: Jedes Mal ist es, als ob ich auf eine Reise gehe und verwandelt durch die dunklen und hellen Bilder seiner Poesie wieder zu Hause ankomme. Handke erschafft eine andere Wirklichkeit, er verwandelt sie in Kunst - ein Gegengewicht zur Hektik meines Alltags. Darum danke ich ihm für seine Bücher, für die gemeinsamen Gespräche und Wanderungen. Ohne unsere Freundschaft sähe mein Leben anders aus. Peter Handke ist die große poetische Stimme der deutschsprachigen Literatur. Ihn unter uns zu haben bleibt ein Ereignis, das wir gar nicht hoch genug schätzen können.


Wednesday, March 21, 2012

A LIST OF THE PRIZES HANDKE HAS WON

AND WE ARE LEAVING OUT THOSE HE DECLINED
I ESPECIALLY LOVE THESE
2009: Goldenes Kreuz des Fürsten Lazar (Orden einer serbischen Literatenorganisation)
1996: Verdienstorden der Republika Srpska 


1967: Gerhart-Hauptmann-Preis 
1965 Gerhard Hauptmann  Preis
1972: Literaturpreis des Landes Steiermark 
1973: Schillerpreis der Stadt Mannheim 
1973: Georg-Büchner-Preis (Preisgeld 1999 zurückgegeben) 
1975: Filmband in Gold für Drehbuch Falsche Bewegung 
1978: Bambi für Regie 
1978: Prix Georges Sadoul 
1979: Preis der Gilde deutscher Filmtheater 
1979: Franz-Kafka-Preis der Stadt Klosterneuburg (Weitergabe der Hälfte der Preissumme an Gerhard Meier) 
1983: Kulturpreis des Landes Kärnten 
1983: Franz-Grillparzer-Preis 
1985: Anton-Wildgans-Preis (abgelehnt) 
1986: Literaturpreis des Kulturfonds der Landeshauptstadt Salzburg 
1987: Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 
1988: Bremer Literaturpreis 
1991: Franz-Grillparzer-Preis
1993: Ehrendoktorat der Katholischen Universität Eichstätt 
1995: Schiller-Gedächtnispreis 
1996: Verdienstorden der Republika Srpska 
2001: Blauer-Salon-Preis des Literaturhaus Frankfurt 
2002: Ehrendoktorat der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 
2003: Ehrendoktorat der Paris-Lodron-Universität Salzburg 
2004: Siegfried Unseld Preis 
2006: Nominierung für den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf am 20. Mai 2006. Ablehnung des Jury-Entscheids durch drei Stadtratsfraktionen (30. Mai 2006), Verzicht Handkes am 2. Juni 2006.[20]
2007: Berliner Heinrich-Heine-Preis 
2008: Thomas-Mann-Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (Stiftung der Preissumme an die Akademie) 
2008: Njegoš-Orden erster Klasse der Republika Srpska2009: Goldenes Kreuz des Fürsten Lazar (Orden einer serbischen Literatenorganisation)


2009: Franz-Kafka-Literaturpreis der Stadt Prag 
2010: Vinzenz-Rizzi-Preis[21] 
2011: Nestroy-Theaterpreis für Immer noch Sturm – Salzburger Festspiele/Thalia Theater Hamburg (Kategorie: Bestes Stück – Autorenpreis)n malink
 





Thursday, October 13, 2011

PEYMANN re: HANDKE + LIBGART SCHWARTZ



"Berühmt wurde Müller mit einem (hier nicht abgedruckten) Gespräch mit dem damaligen Burgtheater-Direktor Claus Peymann, in dem dieser allem und jedem ins Gesicht fuhr, was mitunter so klang: „Ich wäre (beim potenziellen Selbstmord, Anm.) bestimmt geschickter gewesen als Peter Handke, der die Tabletten wieder ausgekotzt hat. Er hatte ja die gleichen Probleme. Seine Scheidung von Libgart Schwarz geschah auch nicht aus heiterem Himmel. Er hat sie dauernd mit anderen Frauen betrogen, war aber ganz erstaunt, als sie weglief. Sie ist von Düsseldorf zu mir nach Frankfurt geflohen und hatte dann ein Verhältnis mit dem Lyriker Adam Seide.“

http://www.falter.at/web/shop/detail.php?id=34343&SESSID=c335f2f05f0c6bbcbd01a550ea8fc544
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Thursday, October 6, 2011

HANDKE'S HOUSE IN CHAVILLE


http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36333


also see this discussion and comments of a review of the book at DER FREITAG
http://www.freitag.de/kultur/1140-das-schweigen-der-pilze

Häuser von Schriftstellern sind mythische Orte: Thomas Bernhards Vierkanthof in Ohlsdorf, vor dem er gern posierte wie ein Großbauer, oder Norman Mailers New Yorker Loft, das der leidenschaftliche Segler zu einer Art Kapitänskajüte umgebaut hatte. Aber wie wohnt eigentlich Peter Handke, der enigmatische Schmerzensmann der deutschsprachigen Literatur? Und wohnt er überhaupt, der Unnahbare, den die Aura eines Gurus und Einsiedlers umgibt, oder ist das ein viel zu prosaisches Wort für einen wie ihn, der alles um sich herum mit Bedeutung und Emphase auflädt? So schwärmte Handke einmal von der »feinen Pracht der Leere«, die sein Wohnhaus auszeichne, worin er glücklich »in Nutzlosigkeit prange«.

Das unverputzte Sandsteinhaus, das Handke 1990 in Chaville, einem Vorort im Südwesten von Paris bezogen hat, gilt als uneinnehmbare Festung, die der Dichter gegen jede Zudringlichkeit verteidigt. Nur für wenige Auserwählte lässt er die Zugbrücke herunter. Und irgendwie passte der Rückzug an die Peripherie zu einer Weltflucht, die Handke auch in seinen Büchern betrieb. Immer weiter weg von der unheilen Realität fantasierte er sich in Traum- und Fabelwelten hinein. So kostbar war ihm sein »kleines, schlangenloses Paradies« in Chaville, dass er einmal ein Fernsehteam, das angereist war, um ein Feature über ihn zu drehen, nicht ins Haus ließ. Das Gespräch sollte stattdessen im Freien stattfinden. Als der Kameramann, offenbar ohne vorher um Erlaubnis gebeten zu haben, nach drinnen eilte, weil er mal musste, konnte Handke sich noch lange danach über diese Gebietsüberschreitung aufregen. Der Autor und Handke-Freund Peter Hamm erzählt diese Anekdote in seinem Vorwort zu Lillian Birnbaums Fotoband über Handkes Haus. 


Die in Paris lebende Fotografin ist eine der wenigen, denen der österreichische Schriftsteller Zutritt gewährt. Über Jahre hat sie den kamerascheuen Autor meist sonntags besucht, um ihn aus verschiedenen Anlässen zu porträtieren, und irgendwann angefangen, auch im Haus und im Garten zu fotografieren. Die Aufnahmen, die dabei zwischen 1994 und 2008 entstanden sind, zeigen einen Künstler, der Wert darauf legt, auf geheimnisvolle Weise in den Dingen anwesend zu sein, mit denen er sich umgibt. Und das sind nicht wenige. Der Literatur-Messias, so der Eindruck, ist eben auch ein ziemlicher Messie, der sich von nichts trennen kann. So verrotten das Dreirad und der Plastikball von Handkes Kind, das längst erwachsen ist, genauso im Garten wie das ausrangierte Faxgerät beim Kompost. Es wirkt, als sollten vergangene Lebensabschnitte eingehen in den Kreislauf der Natur.  

Auch im Inneren ist das Haus weniger eingerichtet als »ausgerichtet auf das Draußen, zum Freien hin, zum Offenen«, wie Peter Hamm das kunstvoll arrangierte Chaos freundlich umschreibt. Überall verteilt finden sich Dinge, die Handke von seinen Wanderungen mitbringt: Steine, Blumen und Vogelfedern, der verkohlte Holzkloben, auf dem Handke saß, als er seinen Roman Mein Jahr in der Niemandsbucht schrieb. Zahllose Wanderstöcke stecken in einem geborstenen Korb an der Haustür, Schnürsenkel und Bindfäden wimmeln neben einer Strohblume in einer Schale, Bleistiftstummel mengen sich unter Beeren, Münzen und Kristalle. Und auf den Tischen: Teller und Schüsseln mit selbst gepflückten Pilzen, Nüssen und Früchten aus Wald und Garten, mit denen der Hausherr seine wenigen Gäste bewirtet.

Diese Mahlzeiten zelebrieren in ihrer rustikalen Raffinesse genauso das einfache Leben und den Anti-Modernismus wie die unzähligen Bleistifte und Notizhefte, Handkes bevorzugte Schreibutensilien. Die Geste scheint in diesen heiligen Hallen mindestens so wichtig zu sein wie die Sache selbst. Das Ganze hat bei aller Beiläufigkeit etwas Inszeniertes und Ausgestelltes. Handke scheint in seinem Mikrokosmos Stillleben zu arrangieren, die sein Haus in eine Art Naturalienkabinett verwandeln, ein Museum der Vergänglichkeit. Jedes Gebinde ein kleiner Hausaltar. Selbst die Gebrauchsgegenstände sehen aus, als hätten sie lange draußen gelegen, Wind und Wetter preisgegeben, damit sie Patina bekommen. Die Bücher und Magazine, scheinbar achtlos auf Stühlen, Treppenstufen und in Mauernischen gestapelt, zeigen Spuren der Verwitterung, da sie meist im Freien gelesen wurden. Aber ob Handke wirklich die arabische Zeitung liest, die auf seinem Küchentisch liegt? Die Ornamentik der Schriftzeichen ist jedenfalls äußerst dekorativ.

Mit seinem strengen Wildwuchs ist Peter Handkes Haus weniger Lebensraum als ein Statement: Protestwohnen gegen den Funktionalismus. Und schon auch ein gutes Stück Selbststilisierung. 


collection of photos of all Handke productions







Mehr lesen

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36333

Tuesday, August 30, 2011

HANDKE / PHILIP GLASS - SPUREN DER VERIRRTEN

SPUREN DER VERIRRTEN - HANDKE/ PHILIP GLASS



Einige Details zur Eröffnungspremiere des Linzer Musiktheaters verriet Landestheaterintendant Rainer Mennicken am Sonntag bei der „Nachsommernacht“ des Oö. Presseclubs im Schloss, wo er erstmals aus seinem dafür verfassten Libretto las.
So wurde der Termin für die Premiere geringfügig vorverlegt: vom 13. auf den 11. April 2013. Eröffnet wird mit „Spuren der Verirrten“, einer Oper von Philip Glass (*1937), die der US-Komponist derzeit im Auftrag des Landestheaters schreibt. Das Libretto dafür hat Mennicken selbst nach einem Text von Peter Handke aus dem Jahr 2006 erarbeitet. Dieses rätselhafte Theaterstück, das an Handkes stummes Spiel „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“ (1992) erinnert, hat Mennicken am Wiener Burgtheater gesehen, wo es im Mai 2007 seine österreichische Erstaufführung erlebte. „Ich muss gestehen: Anfangs habe ich mich nicht ausgekannt“, so Mennicken, der das dünne Bändchen (87 Seiten, Suhrkamp) gar nicht als „dünn“ empfindet — was die Substanz angeht.
Es geht darin um namenlose Pilger und Flüchtende, Heilssucher und Verfolgte, die in unablässiger Folge, paarweise oder zu dritt, vor einem davor sitzenden „Zuschauer“ über die Bühne ziehen. Vom Ende der Zeit wird gemunkelt, von einem Krieg, der bevorsteht, von Grenzen, die geschlossen wurden. Es gibt keine greifbare Handlung oder Aussage. Wohin die „Spuren der Verirrten“ letztlich führen, bleibt unklar.
Handke hat das von Mennicken verfasste Libretto nicht nur genehmigt, sondern ihm auch brieflich wie persönlich bei einem Treffen bei den Salzburger Festspielen dazu gratuliert. „Darauf bin ich schon ein bisschen stolz“, so der Intendant. Auch zur Linzer Uraufführung der Opernfassung seines Werks will Handke anreisen. Ebenso wie natürlich Philip Glass, laut Mennicken „heute der meist aufgeführte Komponist der Welt“, dessen Freund Dennis Russell Davies dirigieren wird.
hut

Monday, August 22, 2011

GERD VOSS LIEST HANDKE'S "DIE WIEDERHOLUNG"

GERD VOSS LIEST HANDKE



Gert Voss entblößt die Feinheit der Stimme

22. August 2011 | 13:30 | Salzburg | Hedwig Kainberger (SN). |
Gert Voss las am Samstag im Salzburger Landestheater aus „Die Wiederholung“ von Peter Handke.
    Seine Pflichten als Herzog in „Maß für Maß“ (im Bild) hat Gert Voss am Samstag unterbrochen und las aus Peter Handkes „Die Wiederholung“. Bild: SN, dapd
    Seine Pflichten als Herzog in „Maß für Maß“ (im Bild) hat Gert Voss am Samstag unterbrochen und las aus Peter Handkes „Die Wiederholung“. Bild: SN, dapd
    Gert Voss war am Samstag im Landestheater wie ausgewechselt. Noch am Abend zuvor war er dort Herzog Vincentio gewesen. In dieser Rolle, die Dreh- und Angelpunkt in Shakespeares Stück „Maß für Maß“ ist, bringt Gert Voss die Brillanz seiner Schauspiel- und Verwandlungskunst in Gestik, Mimik und Stimme zum Funkeln. Allein seine Stimme! Er jagt sie in Höhen und Tiefen, er spricht einmal in gespielter Verstellung (wenn der Herzog als Mönch verkleidet ist), dann wieder in verlogener Aufrichtigkeit (als zurückgekehrter Herzog).
    Auch am Samstagabend trat Gert Voss in dem goldenen Kubus und unter dem riesigen Luster des Bühnenbilds von Jan Pappelbaum auf. Doch: Seine Stimme war ruhig, unverstellt, ungespielt, angenehm fließend. Er setzte kaum Gesten. Er saß schwarz gekleidet an einem schwarzen Tischlein.
    Das Publikum war gebannt. 70 Minuten lang lauschten die fast 700 Besucher fast hustenlos, räusperlos und reglos Gert Voss in einem Genre, das bei den Salzburger Festspielen rar geworden ist: einer Rezitation. Anders als im szenischen Spiel ist da das von allem Beiwerk entblößte Zentrum der Schauspielkunst zu erleben: die Stimme.
    Eine Rezitation ist – mit einem auf einem Punkt verharrenden Lesenden – nur scheinbar eindimensional. Tatsächlich kommen im schlichten Vorlesen die leisesten Feinheiten im Modulieren der Stimme sowie die Raffinessen eines Textes zur Geltung.
    Die Modulation: Gert Voss ließ seine Stimme strömen, als wäre es kinderleicht, so deutlich, so klar, so differenzierend, so klingend, so schön zu sprechen. Leider wurde Voss’ Stimme über Mikroport verstärkt, sodass sie mehr aus der Lautsprecherbox zu vernehmen war als aus der Kehle des Vorlesenden.
    Der Text: Mit Peter Handkes Reisebericht „Die Wiederholung“ brachte Voss ein Sprach- und Erzählwunder zu Gehör. Zum einen berührte, was Peter Handke vor 25 Jahren – „Die Wiederholung“ erschien 1986 – zum ähnlichen Thema wie „Immer noch Sturm“ geschrieben hatte: dem unerhörten Schicksal der Kärntner Slowenen. Zum anderen beeindruckte die erzählerische wie poetische Kraft dieses Textes.

    Begleitung zu „Immer noch Sturm“

    Mit der Lesung von Gert Voss endete das Begleitprogramm zur Salzburger Uraufführung von „Immer noch Sturm“. Tags zuvor war in der Edmundsburg Peter Handkes Film „Die linkshändige Frau“ über Schwierigkeiten des Alleinseins zu sehen. Mit dieser Verfilmung seines gleichnamigen Romans hatte Peter Handke 1978 sein Regiedebüt gegeben. Am Freitagabend waren auch der Autor, Übersetzer und Filmer Peter Stephan Jungk, damals Handkes Regieassistent, und die Filmwissenschafterin Heide Schlüpfmann anwesend.


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